Das arme Veilchen! Sieh, o sieh!
Da lebt's in totem Moos!
Kommst, armes Veilchen, kommst zu früh
Aus deiner Mutter Schoß!
Lebst Einen Morgen, jammerst mich;
Siehst weder Laub noch Gras;
Mit seinem Fittig mordet dich
Der Mörder Boreas.
Musst sterben, Veilchen! weil du musst,
Alt einen Tag; o weh!
So stirb an meines Mädchens Brust,
Dass ich dich sterben seh.
Da bückt sichs, und mit nassem Blick
Siehts nieder, bricht dich ab;
Stirbst, Veilchen! gehst zu dem zurück,
Der dir das Leben gab.
Stirbst, Veilchen! liegst, ein wenig Staub;
Ein wenig Staub auch wir,
So gut wie du, des Todes Raub,
Einst liegen, nahe dir.
Stirbst, Veilchen! duftest deinen Geist
In kalte Winterluft;
Bleibst Wesen, Veilchen! Wie es heißt?
Ob Monas, oder Duft?
Obs höher aufgestiegen ist
In Schöpfers Angesicht?
Ob Engel oder Milbe bist?
Das, Veilchen! weiß ich nicht.
Weiß aber, dass in Schöpfers Hand
Wohl aufgehoben Laub
Und Zeder ist, und Meer und Land,
Und Sonn' und Sonnenstaub.
Deswegen wir mit nassem Blick
Nicht sehn in unser Grab:
Genug! wir gehn zu dem zurück,
Der uns das Leben gab.
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